Kreativität ist keine Flatrate – mein Nein zu Creative Fabrica

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Ich liebe es, kreative Ideen zu teilen – ohne Paywall, Abo-Zwang oder versteckte Bedingungen.

Deshalb findest du auf FAMAFAMI hunderte DIY-Dateien, offen lizenziert und frei verfügbar – für alle, die gestalten wollen.

Doch immer wieder werde ich gefragt:
„Warum bist du eigentlich nicht auf Creative Fabrica?“

Gute Frage.

Immerhin ist es eine Plattform, auf der sich Millionen von Dateien für Bastelprojekte, Fonts, Stickmuster und eben auch Plotterdateien finden.

Oft für kleines Geld oder sogar als „Freebie of the Day“.

Klingt erstmal nach einer Win-win-Situation: günstige Dateien für kreative Köpfe, Sichtbarkeit für Designer:innen.

Aber wer genauer hinschaut, erkennt schnell: Das Geschäftsmodell von Creative Fabrica ist weder fair noch nachhaltig – sondern basiert auf der systematischen Ausbeutung kreativer Arbeit.

In diesem Beitrag möchte ich dir erklären, warum ich mich bewusst gegen eine Präsenz auf dieser Plattform entschieden habe – nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung.

1. Creative Fabrica: Wenn Kreativität zur Flatrate wird

Creative Fabrica wirbt mit über 6 Millionen aktiven Nutzer:innen (Stand 2023) und Tausenden registrierten Designer:innen weltweit.

Beeindruckende Zahlen – doch ein Blick hinter die Kulissen offenbart ein System, das in erster Linie einem dient: der Plattform selbst.

Designer:innen erhalten in der Regel keinen festen Betrag für ihre Dateien. Stattdessen greift das sogenannte Subscription Revenue Share Model:

Sobald ein:e Nutzer:in ein Abo abschließt und Dateien herunterlädt, werden die Einnahmen anteilig aufgeteilt – nach Downloadanzahl, nicht nach Qualität oder Aufwand.

Wenn also 100 Dateien im Monat heruntergeladen werden und deine Datei ist eine davon, erhältst du 1 % des monatlichen Umsatzes.

Egal, ob du ein einfaches PNG oder eine komplexe, getestete SVG-Reihe erstellt hast.

💡 Kreativität wird zur 🛒 Flatrate und verliert damit ihren ⚖️ Wert.

2. „All Access“ – und was dabei verloren geht

Besonders problematisch finde ich das „All Access“-Modell: Für ein paar Euro im Monat erhalten Nutzer:innen Zugriff auf zigtausende Dateien.

Für Konsument:innen bequem – doch jemand zahlt den Preis: die Kreativen.

Wer sorgfältig arbeitet, filigrane Designs entwickelt, testet, Texte schreibt und alles eigenständig vorbereitet, geht in diesem System unter.

Denn es zählt nicht, wer das Beste gestaltet – sondern, wer am meisten hochlädt.

Viele Designer:innen berichten, dass sie trotz Dutzender Downloads pro Monat kaum ein paar Dollar verdienen.

Der Stundenlohn liegt oft im Cent-Bereich.

Das ist kein nachhaltiges Modell, sondern ein direkter Weg in den kreativen Burnout.

3. Ich wähle den freien Weg – aus Überzeugung

Seit vielen Jahren stelle ich auf www.famafami.de digitale Designs unter einer offenen Lizenz zur Verfügung – kostenlos, ohne Werbung, ohne Abo-Zwang.

Ich glaube an eine kreative Welt, die auf Austausch, Wertschätzung und gegenseitiger Unterstützung basiert.

Ich möchte nicht Teil eines Systems sein, das Kreativität zur Wegwerfware macht.

Jede meiner Dateien entsteht mit Sorgfalt.

Ich entwerfe meine Motive selbst, bereite die Formate auf, teste sie auf Plottermaschinen, schreibe Texte, gestalte Vorschaubilder – all das, um dir eine funktionierende und inspirierende DIY-Vorlage bereitzustellen.

Auf Plattformen wie Creative Fabrica würde all das in der Masse untergehen – und ich müsste gleichzeitig große Teile meiner Rechte abtreten.

Denn häufig überträgt man mit dem Upload pauschal Nutzungsrechte an die Plattform.

Ein Open-Source-Modell ist dort schlicht nicht vorgesehen.

4. Sichtbarkeit? Ja – aber nicht um jeden Preis

Natürlich klingt es verlockend, auf einer Plattform mit Millionen Nutzer:innen vertreten zu sein.

Doch Sichtbarkeit allein bringt nichts, wenn sie auf Ausbeutung basiert.

Was nützt es, gefunden zu werden, wenn der Wert meiner Arbeit dabei ignoriert wird?

Wenn ich gezwungen bin, mich einem Dumping-System unterzuordnen?

Wenn Nutzer:innen mehr Dateien horten, als sie je verwenden werden?

Ich möchte lieber mit Menschen in Kontakt treten, die bewusst gestalten, achtsam konsumieren und den Wert von Handarbeit erkennen.

Menschen wie du, die DIY statt Kommerz wählen.

5. Gemeinwohl statt Gewinnmaximierung

Meine Alternative heißt: gemeinwohlorientiertes Design.

Ich biete meine Dateien unter einer freien Lizenz an – zur privaten und kommerziellen Nutzung.

Ohne Paywall.

Ohne Freebie-Falle.

Ohne Premium-Zwang.

Aber dieser Weg ist nicht kostenlos.

Er ist nur möglich, weil mich eine kleine, engagierte Community unterstützt:
Menschen, die freiwillig spenden, Mitglied werden oder meine Arbeit weiterempfehlen. Menschen, die verstehen, dass kreative Freiheit einen Wert hat – und die helfen, sie zu erhalten.

Ich wünsche mir, dass noch mehr Designer:innen diesen Weg wählen.

Dass wir gemeinsam eine Welt gestalten, in der Kreativität wachsen darf – anstatt ausgepresst zu werden.

In der nicht ein Plattformkonzern die Regeln bestimmt, sondern wir selbst als Gestaltende.

Fazit: Kreativität ist kein Geschäftsmodell

Creative Fabrica ist nicht per se „böse“.

Es ist ein Produkt unserer Konsumkultur – günstig, praktisch, durchgestylt.

Aber es ist nicht das, was kreative Arbeit verdient.

Ich stehe für eine andere Art des Gestaltens: frei, fair – und für alle zugänglich.

Denn Kreativität ist keine Ware.

Kreativität ist Gemeinschaft.

Danke, dass du das möglich machst.

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